In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung fragte der Fraktionsvorsitzende der CDU Christian Stettler nach der Umsetzung zweier Anträge aus dem Jahr 2016. In diesen beiden Anträgen ging es zum einen um die Mitteilung über die Buchung der internen Leistungsbeziehungen und zum anderen um eine jährliche Nachkalkulation der Wasser- und Abwassergebühren. Diese Zahlen sollten gemäß der einstimmig gefassten Beschlüsse zur ersten Sitzung der Gemeindevertretung nach dem 30.06 beziehungsweise zum 30.06. vorliegen. Zur Antwort erhielten die Gemeindevertreter von Bürgermeister Bauer zu hören, dass beides bereits vor dem 30.06. versandt worden sei und auch im Ratsinformationssystem zu finden sei. Einzelne Vertreter schauten sich ungläubig an und ignorierten auch die hämischen Zwischenrufe einzelner SPD-Gemeindevertreter. Ein Versand der Zahlen konnte sowohl von der CDU-Fraktion, als auch von Bürgermeister Bauer wohl nicht nachvollzogen werden. Auf Nachfragen reagierte er nicht, sondern ließ vier Tage nach der Sitzung aus der Verwaltung eine E-Mail mit der Wortlaut versenden: im Nachgang zur Sitzung der Gemeindevertretung vom 11.09.2017 erhalten Sie die Unterlagen zu den Anträgen AN/019/2016 (ILV Wasser und Abwasser) sowie AN/020/2016 (Teilergebnisrechnungen).

„Herr Bauer hat den Kollegen Stettler bei dessen offensichtlich berechtigter Nachfrage mit seiner unnötigen Lüge vor der versammelten Öffentlichkeit auflaufen lassen. Da hätte man schon erwarten können, dass er zumindest mit der Nachreichung der Unterlagen seine Entschuldigung für diesen Irrtum ausrichten lässt. Auf die lapidare Nachricht aus der Verwaltung angesprochen, hieß es von Seiten des Bürgermeisters nur, er sei zum Zeitpunkt der Versendung nicht im Rathaus gewesen", so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sebastian Willsch.

"Hat etwa ausschließlich die SPD-Fraktion die Zahlen erhalten, oder warum kamen von dort abfällige Äußerungen? Der Bürgermeister versucht die ehrenamtlichen Gemeindevertreter in der öffentlichen Gemeindevertretersitzung lächerlich zu machen und bringt im Nachgang keine Entschuldigung über die Lippen", bedauert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Manfred Poths den Umgang mit dem Parlament durch Bürgermeister Bauer.

„Das Verhalten von Bürgermeister Bauer ist nicht nur gegenüber dem Parlament sehr befremdlich, sondern wirft auch ein bedauerliches Bild auf die Spitze des Rathauses, da Gemeindevertretung und Öffentlichkeit den Aussagen des Bürgermeisters leider keinen Glauben mehr schenken dürfen. Wir haben unsere Schlüsse daraus gezogen und werden in Zukunft angemessen handeln“, kündigt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sebastian Reischmann an.

„Aus der Vergangenheit wissen wir, dass das Thema Wasser und Abwasser ein sehr sensibles ist. Hohenstein lag noch 2014 hessenweit an der Spitze beim Wasserpreis. Seit 2017 zahlen die Bürger Hohensteins auf Antrag der CDU nur noch 3,40 Euro. Mit den beiden Anträgen wollen wir solchen Preissprüngen frühzeitig entgegentreten“, so der Fraktionsvorsitzende Christian Stettler abschließend.

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